papst benedikt: missionar der ignoranz…

…so titelt ein artikel von prof. L.BOFF in DER STANDARD nach der brasilienreise von BENEDIKT XVI.

zwei typen von katholizismus gibt es in brasilien, den andächtig frommen und den ethisch engagierten. das ethisch PROF. L. BOFFengagierte modell inspiriert sich an der katholischen aktion, an sozialem pastoral und gipfelt in der theologie der befreiung. dieses modell hat ein spirituell motiviertes interesse daran, sich an gesellschaftlichen veränderungen zu beteiligen.

hier läßt sich die verbindung zur doku “JESUS, der jude” herstellen, denn dort wird von der bewussten stilisierung eines unpolitischen messias durch paulus gesprochen. ist andererseits die bibel nicht eine grosse schrift der unterdrückten menschen/völker, die immer wieder befreit werden? ist es nicht die schweigende kirche konkret des 20. jahrhunderts, die den letzten grossen genozid ohne echten sozialen und politischen widerstand geschehen liess?

BOFF erinnert im obengenannten artikel an den heiligen text der mayas, dem chilam balama: unter uns wurde die trauer eingeführt, und das christentum war der beginn von unserer trauer und unserer versklavung – sie sind gekommen, um unsere blüte zu töten und unsere sonne zu kastrieren. der papst aber spricht mit bezug auf die erste evangelisierung brasiliens von einem treffen der kulturen und  ihr habt uns gerufen?

wer andere darstellungen der papstreise (und seiner äusserungen) zur verfügung stellen kann, tue das bitte.

PS: für so verbohrt eurozentrisch halte ich papst benedikt XVI. nicht.

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